Kontakt

Gemeinde Nalbach

Amt für Bauen & Umwelt

Michael Klein

T: 06838/9002-29

E: m.klein@nalbach.de

 

 

Förderung

Masterplan "Null-Emissionen-Gemeinde Nalbach"

Hintergrund

Nalbach gehört mit knapp 10.000 Einwohnern und den Ortsteilen Piesbach, Körprich und Bilsdorf zu den kleineren Gemeinden im Landkreis Saarlouis. Die Gemeinde liegt am Rande der Industriegebiete Saarlouis (Ford Werke) und Dillingen (Dillinger Hütte).

Das Thema Klimaschutz ist eine der herausragenden Aufgaben der Zukunft. Dies gilt auch und gerade für Nalbach, zumal aufgrund des stattgefundenen Kohleabbaus unter der Gemeinde mit allen negativen Begleiterscheinungen die Sensibilität für Energieein-sparung und das Schaffen von alternativen Energieträgern in der Bevölkerung besonders hoch ist.

Gerade vor diesem Hintergrund kann die Gemeinde mit ihren Bürgerinnen und Bürgern zeigen, dass sie dem Kohleabbau verantwortliche und zukunftsgerichtete Alternativen entgegensetzen kann und bereit ist, als Pilot-Kommune neue Wege zu beschreiten.

Neben dem ökologischen Hintergrund ist der Aspekt der regionalen Wertschöpfung und Wirtschaftsförderung ein weiterer Grund zur Umgestaltung der Energieversorgung in der Gemeinde Nalbach. Grobe Schätzungen zeigen, dass im Jahr 2005 bereits Gelder in Höhe von über 10 Mio. Euro aus der Gemeinde Nalbach durch den Erwerb fossiler Energieträger abgeflossen sind. Durch die seit 2005 weiter gestiegenen Energiepreise hat sich diese Situation weiter verschärft. Zukünftig ist zu erwarten, dass sich Jahr für Jahr der anfallende Betrag für die Gemeinde Nalbach deutlich weiter erhöhen wird, solange keine alternativen Systeme zur Energiebereitstellung integriert werden.
Neben der Energieeffizienz ist daher die Nutzung regionaler, erneuerbarer Ressourcen einer der wichtigsten Bausteine einer zukunftsfähig wirtschaftlichen Entwicklung.

Aus diesem Grunde wurde durch das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Gedanke einer Null-Emissions-Gemeinde (Zero Emission Village, ZEV) entwickelt, welcher für ein Gebäude, ein Dorf oder gar einen Landkreis aufzeigt, wie sich ein solches Gebiet möglichst zu 100 % aus den regionalen Potenzialen nachhaltig und klima-verträglich mit Energie versorgen kann.

Grundlage eines solchen Konzepts ist ein ganzheitlicher, systemischer Ansatz. Dies resultiert aus der Annahme, dass die bloße Schaffung einiger nicht vernetzter Projekte, z.B. zur Wärme- oder Stromherstellung auf Basis regenerativer Energieträger, ohne intensive Analyse des bestehenden Systems und möglicher Synergien bei dessen Management, implizit zu suboptimaler Effizienz führt. Die genaue Betrachtung des Ist-Zustandes sowie der noch nicht genutzten Potenziale einer Region, in der ein ZEV-Konzept eingeführt wer-den soll, gilt daher als maßgeblich um den Anforderungen des ZEV Gedankens gerecht zu werden.

In dem vorliegenden Projekt wird das ZEV- bzw. Null-Emissions-Konzept auf die Gemeinde Nalbach übertragen und ein Masterplan ausgearbeitet, um die Gemeinde Nalbach dauerhaft zu einer Null-Emissions-Gemeinde zu entwickeln.
Das Nalbach von morgen wird eine Referenzgemeinde für nachhaltiges Wirtschaften sein – mit CO2-bilanzneutraler Energieerzeugung im Wärme- und Strombereich als zentraler Erfolgsmaßstab. Nalbach dient als Null-Emissions-Gemeinde für das Saarland als Beispiel für eine zukunftsfähige Energieversorgung, welche Klimaschutz und regionale Wertschöpfung miteinander vereint.

Ziel

Um die Vision "Null-Emissionen-Gemeinde" zu erreichen, entwickelt das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement einen „Masterplan“. Dieser wird als Klimaschutzteilkonzept im rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert und ist in zwei grundlegende Schwerpunkte unterteilt:

  • Potenzialanalyse für die Senkung der CO2 Emissionen
  • Maßnahmenkatalog für die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts

Die Potenzialanalyse betrachtet in unterschiedlichen Untersuchungstiefen alle Gebäudecluster (öffentliche Gebäude, Gewerbe / Industrie, Wohngebäude...) im Gemeindegebiet hinsichtlich der Ausführung von Effizienzmaßnahmen (Gebäudehülle, Beleuchtung, technische Anlagen und Heiztechnik) sowie des Einsatzes erneuerbarer Energieträger (Biomasse, Solarenergie, Wärmepumpen usw.) oder der Kraft-Wärme-Kopplung. Parallel hierzu werden die regional verfügbaren Potenziale zur Energieerzeugung aus Erneuerba-ren Energien (Solar, Wind, Wasser, Biomasse etc.) ermittelt.

Aufbauend auf den Analysen erfolgt unter Einbindung der regionalen Akteure die Strategie- und Projektentwicklung, welche in einem Katalog kurz-, mittel- und langfristiger Maßnahmen zusammengeführt wird.

Ergänzt durch ein Konzept zur langfristigen Organisation und Umsetzung wird aus diesen Teilen der Masterplan „Null-Emissions-Gemeinde Nalbach“ erstellt.