Das Konzept der „Null-Emissions-Tagung“ ermöglicht einen klimaschonenden fachlichen Austausch
Im Rahmen der jährlich stattfindenden Biomasse-Tagung des IfaS am Umwelt-Campus Birkenfeld wurde in den Jahren 2008 und 2009 ein Konzept für die Vermeidung und den Ausgleich von Treibhausgas-Emissionen auf regionaler Basis entwickelt. Die Vermittlung und der Austausch von Wissen rund um das Thema Biomasse verursachen Emissionen, die durch die Reisetätigkeit der TeilnehmerInnen und den Ressourcenverbrauch von z.B. Papier, Wasser, Strom und Nahrungsmitteln verursacht werden. Die 8. und 9. Biomasse-Tagung wurden genutzt, um die anvisierte CO2-Neutralität als wesentlichen Bestandteil dieser überregionalen Veranstaltung zu verankern. Die klimaneutrale Energieversorgung des Tagungsortes (Null-Emissions-Campus) und die Verwendung regionaler, biologisch angebauter Produkte im Catering werden gekoppelt mit Effizienzmaßnahmen wie z.B. dem sparsamen Einsatz von Papier. Die mit einem selbst entwickelten Kalkulator ermittelten „Rest“-Emissionen werden mit regionalen Baumpflanzungen kompensiert.
Der Umfang des Ausgleiches wird anhand der benötigten biologischen C-Bindung im Holz berechnet und in Baumäquivalente umgerechnet (s. Abb.). Auf das Ergebnis wird zusätzlich noch ein Aufschlag von 35% geleistet, um auch den Verbrauch aller weiteren Ressourcen sicher ausgleichen zu können.
Der dreifache Mehrwert – eine Chance für die Region
Das Null-Emissions-Konzept des IfaS bietet aufgrund regional integrierter Ausgleichsmaßnahmen Chancen für die Realisierung eines Mehrwertes durch aktiven Klimaschutz. Konkret wird der aktuelle lokale Bedarf ermittelt – im Fall der Biomasse-Tagung fiel die Wahl auf die Pflanzung von Streuobstbäumen auf einer Konversionsfläche – und in die Ausgleichsverantwortung der Tagung integriert. Dadurch wird vor Ort konkreter Natur- und Umweltschutz mit der Erzeugung von gesunden Lebensmitteln (oder Energie oder ... ) verbunden und in diesem Fall die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements des örtlichen Obst- und Gartenbauvereines gefördert. Diese Vorgehensweise ist aufwändiger als der Erwerb marktgängiger Zertifikate, bietet aber im Gegenzug deutliche Vorteile für die Region. So wird die Etablierung zukunftsfähiger soziokultureller, ökonomischer und ökologischer Gleichgewichte in unseren Regionen unterstützt. Dieses quer denken dient der nachhaltigen Entwicklung unserer Kulturlandschaften durch Klimaschutzmaßnahmen.


