Das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) an der Hochschule Trier (TUAS) hat die LCA-Care-Sommerveranstaltungen erfolgreich organisiert und koordiniert, um die Ökobilanzierung für europäische KMU der Agrar- und Lebensmittelbranche zu fördern.
Die Veranstaltungen fanden am 15., 19. und 22. Juni 2026 online statt. Sie wurden in Zusammenarbeit mit dem Instituto Europeu de Estudos Superiores (IEES) in Portugal organisiert. Sie brachten Vertreter von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), Hochschulen, Wirtschaftsverbänden, Forschern und Nachhaltigkeitsexperten aus ganz Europa zusammen.
Die Sommerveranstaltungen wurden im Rahmen des Arbeitspakets 6 (WP6) mit dem Titel „Scaling up the LCA-Care Approach“ unter der Leitung des TUAS-IfaS organisiert. Ziel der Veranstaltungen war es, das Bewusstsein für den LCA-Care-Ansatz zu schärfen und das LCA-Tool sowie die Bildungsressourcen des Projekts bekannt zu machen. Darüber hinaus sollten die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie gestärkt sowie das Verständnis für die Herausforderungen verbessert werden, mit denen KMU bei der Umsetzung von Ökobilanzen und Umweltkennzeichnungen konfrontiert sind.
An den drei Veranstaltungstagen nahmen rund 170 Personen an sechs interaktiven Sitzungen teil, darunter drei von TUAS-IfaS geleitete Expertenrunden sowie drei praktische Vorführungen des LCA-Care-Tools, die vom Instituto Europeu de Estudos Superiores (IEES) aus Portugal durchgeführt wurden.
Die von der internationalen Projektmanagerin Ing. Jackeline Martínez, M.Sc., von IfaS moderierten Expertenrunden führten die Teilnehmer in die Ziele des LCA-Care-Projekts ein und beleuchteten die Rolle der Ökobilanz bei der Unterstützung nachhaltiger Entscheidungsfindung im Agrar- und Lebensmittelsektor. Themen der Diskussionen waren unter anderem Umweltzeichen, der GHG-Protocol-Standard zur Bilanzierung und Berichterstattung des Produktlebenszyklus, die Normen ISO 14040/14044 sowie Lebenszyklusansätze wie „Cradle-to-Gate“ und „Cradle-to-Grave“. Praktische Beispiele, darunter die Govindas GmbH aus Birkenfeld, veranschaulichten, wie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) damit beginnen können, die Prinzipien der Ökobilanzierung in ihren eigenen Organisationen anzuwenden.
In den von IEES geleiteten Praxisworkshops erhielten die Teilnehmer eine Live-Demonstration des LCA-Care-Tools. Sie konnten erfahren, wie die benutzerfreundliche digitale Oberfläche der Plattform die Berechnung von Treibhausgasemissionen, die Umweltverträglichkeitsprüfung und die Berichterstattung unterstützt. Die Teilnehmer erkundeten die wichtigsten Funktionen der Plattform und diskutierten ihr Potenzial zur Unterstützung der Nachhaltigkeitsbewertung und der umweltbezogenen Entscheidungsfindung in KMU.
Ein wesentliches Merkmal der Sommerveranstaltungen war der interaktive Austausch mit den Teilnehmenden. Im Anschluss an jede Sitzung nahmen die Teilnehmenden an mehrsprachigen Breakout-Räumen in Englisch, Deutsch, Portugiesisch, Spanisch, Bulgarisch und Litauisch teil. Dort tauschten sie Erfahrungen aus, diskutierten praktische Herausforderungen und gaben wertvolles Feedback direkt an das Konsortium. Jede Veranstaltung endete mit Umfragen zur Zufriedenheit der Teilnehmenden. Die gesammelten Erkenntnisse werden in die nächste Projektphase einfließen und die Weiterentwicklung des LCA-Care-Tools sowie die Erstellung praktischer Leitfäden für KMU im Rahmen von Aufgabe 6.2 unterstützen.
Der erfolgreiche Abschluss der Sommerveranstaltungen stellt einen wichtigen Meilenstein für das LCA-Care-Projekt dar. Durch die Verbindung von Expertenwissen, praktischen digitalen Lösungen und der aktiven Einbindung von Interessengruppen hat das Konsortium die Kooperation zwischen Wissenschaft und Industrie intensiviert und europäische KMU der Agrar- und Lebensmittelbranche dabei unterstützt, nachhaltigere und umweltbewusstere Geschäftspraktiken zu etablieren.

