Ende August legte der genossenschaftliche Landwirtschaftsbetrieb Pomona Puur Aerde in Flandern (Belgien) im Rahmen vom AFaktive-Projekt eine Mulde (eng. swale) an – einen flachen, breiten, mit Vegetation bewachsenen Kanal – um die Widerstandsfähigkeit des Betriebs gegenüber den Herausforderungen der Trockenheit und des Starkregens zu stärken.
Die Mulde wurde in Zusammenarbeit mit dem AFaktive-Partner ILVO (Flämisches Forschungsinstitut für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung) und der belgischen regionalen Landschaftsorganisation „Regionale Landschap Vlaamse Ardennen tot Dender“ entwickelt, unterstützt von der lokalen Wasserbehörde „Waterlandschap Zwalmvallei“.
Auf dem Landwirtschaftsbetrieb Pomona Puur Aerde werden nicht nur die Auswirkungen auf das Wassermanagement untersucht, sondern auch die Möglichkeiten, entlang der Straßenränder ertragreiche Bäume, Beerenobst und Kräuter anzupflanzen. Für die Biolandwirtin Stéphanie De Caluwé ist ein besseres Wassermanagement kein Luxus – der sehr trockene Sommer 2026 hatte deutliche Auswirkungen auf ihren Betrieb und kostete ihr einen Teil ihrer Ernte.
Mulden (swales) sind naturbasierte Lösungen, die Regenwasser auffangen und es langsamer in den Boden versickern lassen, was wiederum dazu beiträgt, die Auswirkungen von Dürre, Überschwemmungen und Bodenerosion zu mildern. Zudem sorgen Swales dafür, dass das Wasser länger auf den Feldern verbleibt, und bieten im Vergleich zu herkömmlichen Wasserreservoirs einige Vorteile. Während in einem Reservoir gespeichertes Wasser zur Nutzung aktiv gepumpt werden muss, lässt ein Swale das Regenwasser auf natürliche Weise in den Boden versickern, wodurch es den (Nutz-)Pflanzen über einen längeren Zeitraum zur Verfügung steht. Dieser Prozess trägt auch dazu bei, ein Austrocknen des Bodens während längerer Trockenperioden zu verhindern.
Darüber hinaus erwartet die Landwirtin De Caluwé auch Vorteile in feuchteren Perioden. Das System fängt das abfließende Wasser weiter oben am Hang auf und lässt es nach und nach über eine größere Fläche versickern. Dadurch hofft sie, dass die feuchtesten Bereiche ihrer Felder im Winter für eine kürzere Zeit durchnässt bleiben. Dies könnte dazu führen, dass das Land früher in der Saison begehbar wird, sodass die landwirtschaftlichen Arbeiten im Frühjahr früher beginnen können.
Letztendlich muss die Anlage einer Mulde keine Einbußen bei der Produktivität zur Folge haben. Die Böschung wird mit Beerenobst, Rhabarber und Obstbäumen bepflanzt, während sich der Graben perfekt für feuchtigkeitsliebende Kräuter wie Minze eignet. Auf diese Weise erfüllt die Mulde mehrere Funktionen: Sie speichert Wasser, bietet eine Ernte und schafft zusätzlichen Lebensraum für Pflanzen und Wildtiere.
Durch Monitoring, Feldversuche und Wissensaustausch bewertet und dokumentiert das Projekt AFaktive weiterhin die Auswirkungen dieser naturbasierten Wassermanagementsysteme und wie sie auf verschiedenen Arten von landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt werden können.
Das Thema „Swales“ ist nicht neu, insbesondere in Flandern, wo der Pionier Rik Delhaye bereits vor zehn Jahren mit diesem Ansatz zu experimentieren begann. Angesichts der immer deutlicher werdenden Auswirkungen des Klimawandels – insbesondere in einem Sommer wie diesem – wächst das Interesse an solchen Systemen jedoch stetig.
Tatsächlich wurde über die Installation der Mulde auf dem Landwirtschaftsbetrieb Pomona Puur Aerde von drei flämischen Nachrichtensendern berichtet: VRT NWS, VILT und Nieuwsblad.
Lesen Sie den Originalartikel und erfahren Sie mehr über Mulden auf der ILVO-Website: Link (Niederländisch).

