Internationale Kreislaufwirtschaftswoche (ICEW) – Erweitertes Programmangebot für eine nigerianische Wissenschaftsdelegation | 27. April – 1. Mai 2026
Wir, das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS), veranstalteten vom 27. April bis 1. Mai 2026 erfolgreich eine erweiterte Ausgabe der Internationalen Kreislaufwirtschaftswoche (ICEW) am Umwelt-Campus Birkenfeld. Diese Woche wurde speziell auf eine hochrangige akademische Delegation aus Nigeria zugeschnitten.
Die Delegation wurde offiziell von Prof. Dr. Peter Heck, geschäftsführender Direktor des IfaS, und Marco Angilella, Bereichsleiter Internationales Projektmanagement, begrüßt. Ihre Eröffnungsreden gaben den Ton für eine Woche vor, die sich auf angewandte Nachhaltigkeit, Innovation und internationalen Wissenstransfer im Bereich Kreislaufwirtschaft und Stoffstrommanagement konzentrierte.
Finanzierung und strategischer Kontext
Der Besuch wurde vom Tertiary Education Trust Fund (TETFund) des nigerianischen Bildungsministeriums finanziert und spiegelt das strategische Engagement zur Stärkung der Forschungskapazitäten, der institutionellen Führungsrolle und der Innovationsökosysteme im nigerianischen Hochschulwesen wider. Das Programm war darauf ausgelegt, eine Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen, indem den Teilnehmenden die fortschrittlichen Kreislaufwirtschaftssysteme Deutschlands und der Ansatz des „Real-World-Laboratory“ nähergebracht wurden.
Profil der Delegation
Die nigerianische Delegation setzte sich aus einer hochkarätigen Gruppe von Führungskräften aus Wissenschaft und Institutionen zusammen, die verschiedene Ebenen der Hochschulverwaltung abdeckten. Auf Führungsebene gehörten der Delegation die Rektoren Prof. Kehinde Imisi T. Eniola (Kogi State University, Kabba) und Prof. Ibiyemi Ibilola Olatunji-Bello (Lagos State University) an, sowie weitere hochrangige Vertreter der Hochschulleitung, darunter Prof. Joseph Ojo Ekiran (stellvertretender Rektor, Bamidele Olumilua University of Education, Science and Technology). Zur Gruppe gehörten ferner Prorektoren und akademische Leiter: Prof. Yusuf Benson Baha (Adamawa State College of Education), Prof. Audu Dangana Egbunu (Kogi State University) und Frau Mercy Ebere Ezeani (Anambra State College of Nursing Sciences).
Die Vertretung von Fachhochschulen und technischen Einrichtungen war ebenso stark vertreten, mit Rektoren wie Dr. Mohammed Usman (Federal Polytechnic Bali), Dr. Clinton Wisdom Soreh (Bayelsa State Polytechnic), Dr. Kamoru Kadiri (Federal Polytechnic Offa), Dr. Ibrahim Bello Bashir (Federal Polytechnic Damaturu), Dr. Ediri Emmanuel Agada (Federal Polytechnic Ohodo) und Dr. Amos Rotimi Ajanaku (Ibadan City Polytechnic), unterstützt von dem leitenden Verwaltungsbeamten Dr. Ishaq Rasheed Salimonu (stellvertretender Rektor für Verwaltung).
Der Delegation gehörten auch wichtige Führungskräfte aus der Verwaltung an, die für den institutionellen Betrieb von entscheidender Bedeutung sind, darunter die Registratoren Frau Funmilola Adenike Adeusi, Herr Gabriel Oyediran Soko und Herr Danladi Mallam sowie die Kassenverwalterinnen Frau Florence Gbodi Alabi und Dr. Hadiza Goje. Zu den weiteren Teilnehmenden gehörten Direktoren, Dozenten und Branchenvertreter, darunter insbesondere Dr. Hassan Suleiman Otuoze (Direktor für Raumplanung), Dr. Sowemimo Ronke Adekunmisi (Dozentin) und Herr Chukwudi Johnpaul Okolo (Direktor, Skills and Labour Services Ltd), die einen umfassenden Querschnitt aus Wissenschaft und Industrie repräsentierten.
Programmübersicht
Tag 1: Grundlagen eines emissionsfreien Campus
Das Programm begann mit der Einführung zu Kreislaufwirtschaft und Stoffstrommanagement, die den konzeptionellen Rahmen für die Woche absteckte. Es folgte eine Führung über den Umwelt-Campus Birkenfeld, der als grünstes Campus Deutschlands gilt und weltweit zu den nachhaltigsten Universitäten zählt. Die Teilnehmer besichtigten integrierte Systeme wie die Infrastruktur für erneuerbare Energien, energieeffiziente Gebäude und intelligente Lösungen für das Ressourcenmanagement. Der Tag wurde mit einer Exkursion zur Energielandschaft Morbach fortgesetzt, wo die Teilnehmer praktische Einblicke erhielten, wie Kommunen erneuerbare Energiequellen in wirtschaftlich tragfähige und regional integrierte Systeme umwandeln können.
Tag 2: Kreislaufsysteme in der Praxis
Am zweiten Tag standen angewandte Kreislaufwirtschaftssysteme auf kommunaler und industrieller Ebene im Mittelpunkt. Die Delegation besuchte die Kläranlage in Pirmasens, wo Technologien zur Nährstoffrückgewinnung vorgestellt wurden, sowie das Pirmasenser Prüf- und Forschungsinstitut (PFI), das auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Innovationen präsentierte. Das Programm endete in der Abfallanlage Kaiserslautern (ZAK), wo integrierte Verfahren wie die Behandlung organischer Abfälle, die mechanisch-biologische Aufbereitung und die Kompostierung vorgestellt wurden, um zu demonstrieren, wie Abfallströme effizient in wertvolle Ressourcen umgewandelt werden können.
Tag 3: Strategie, Forschung und globale Zusammenarbeit
Im Mittelpunkt des dritten Tages standen technische Workshops zu Schlüsselthemen wie großräumiger Kohlenstoffbindung (SAREP), internationaler akademischer Zusammenarbeit über das IMAT-Netzwerk und der Integration von Kreislaufwirtschaftskonzepten in die Hochschulbildung mittels des „Travelling University“-Ansatzes. Weitere Sitzungen befassten sich mit Strategien zur Ressourceneffizienz für Kommunen und Industrie. Die Teilnehmer stellten zudem ihre institutionellen Initiativen vor und förderten so den Dialog über eine zukünftige Zusammenarbeit zwischen deutschen und nigerianischen Institutionen. Eine Exkursion zur Abfallentsorgungsanlage Rhein-Hunsrück veranschaulichte zudem die Energiewende im ländlichen Raum durch Biogasproduktion, Kompostierung und die Integration erneuerbarer Energien.
Tag 4: Gemeinsame Entwicklung und Wege zur Umsetzung
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die gemeinsame Entwicklung kontextspezifischer Lösungen für Nigeria. In einem interaktiven Workshop erörterten die Teilnehmer Umsetzungsstrategien, Finanzierungsmechanismen und Ansätze zum Kapazitätsaufbau. In den Diskussionen wurde die Bedeutung dezentraler Energiesysteme, praxisorientierter Bildungsmodelle und institutioneller Transformation durch angewandte Forschung hervorgehoben. Ein Fachausflug zu einem landwirtschaftlichen Betrieb in Abentheuer veranschaulichte digitalisierte Anbaumethoden und die Verwertung organischer Abfälle und unterstrich damit den Zusammenhang zwischen Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie.
Tag 5: Industrielle Innovation und erneuerbare Energien in der Praxis
Am letzten Tag nahm die nigerianische Delegation an einem zusätzlichen Fachprogramm teil, dessen Schwerpunkt auf nachhaltiger Fertigung und Systemen für erneuerbare Energien lag. Der Tag begann mit einem Besuch bei der Lanz Manufaktur GmbH in Hochstetten-Dhaun, wo die Teilnehmer im Rahmen einer Präsentation und einer geführten Fachführung auf Schloss Hochstetten-Dhaun innovative Beleuchtungssysteme, Präzisionsfertigungsverfahren und energieeffiziente industrielle Praktiken kennenlernten. Anschließend reiste die Delegation nach Brücken zu einem Fachbesuch einer historischen Mühle und eines Wasserkraftwerks, wo in Präsentationen in kleineren Gruppen gezeigt wurde, wie traditionelle Infrastruktur dezentrale erneuerbare Energieerzeugung und regionale Nachhaltigkeitsstrategien unterstützen kann. Zusammen verdeutlichten die Besuche praktische Beispiele für industrielle Innovation, die Integration sauberer Energie und ressourceneffiziente Betriebsabläufe und stärkten so die praxisorientierte Lernerfahrung des ICEW-2026-Programms.
Wichtigste Ergebnisse und Auswirkungen
Das Programm bot einen direkten Einblick in funktionierende Kreislaufwirtschaftssysteme in verschiedenen Sektoren sowie in strategische Rahmenbedingungen für die Integration von Nachhaltigkeit in die Hochschulbildung. Es förderte Möglichkeiten der bilateralen Zusammenarbeit und lieferte praktische, handlungsorientierte Erkenntnisse. Ein zentrales Ergebnis war der Übergang vom theoretischen Verständnis zur skalierbaren Umsetzung, insbesondere durch dezentrale Systeme und institutionelle Innovationen.
Insgesamt stellte das Programm einen bedeutenden Meilenstein in der deutsch-nigerianischen akademischen Zusammenarbeit dar und stärkte die Rolle des Umwelt-Campus Birkenfeld und des IfaS als führende Zentren für angewandte Forschung und nachhaltige Entwicklung.







