Entwicklung gemeinsamer Wege zur solarelektrischen und zukunftsfähigen Lebensmittelproduktion

Worum geht es?

Das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) bereitet derzeit eine Projektskizze für die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) vor. Ziel des Vorhabens ist es, gemeinsam mit solidarischen Landwirtschaftsbetrieben bzw.  kleinstrukturierten Gemüsebaubetrieben praxistaugliche und wirtschaftlich tragfähige Konzepte für eine schrittweise Elektrifizierung landwirtschaftlicher Prozesse zu entwickeln.

Dabei steht nicht die Umsetzung einer einzelnen technischen Lösung im Vordergrund. Vielmehr sollen unter realen Betriebsbedingungen unterschiedliche Ansätze zur Elektrifizierung, zur erneuerbaren Energieversorgung (z. B. Photovoltaik), zur Energiespeicherung sowie zum Energiemanagement untersucht und hinsichtlich ihrer technischen Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit bewertet werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend auf andere Betriebe übertragbar sein und dazu beitragen, den kleinstrukturierten Gemüsebau resilienter, unabhängiger von fossilen Energieträgern und langfristig wirtschaftlicher aufzustellen.

Warum suchen wir Pilotbetriebe?

Ein zentraler Bestandteil der Projektskizze ist die Einbindung konkreter Praxisbetriebe. Diese sollen bereits im Rahmen der Antragstellung benannt werden und das Projekt im Falle einer Förderung gemeinsam mit dem IfaS umsetzen.

Gesucht werden Betriebe, die Interesse daran haben, ihre Energieversorgung und betriebliche Infrastruktur weiterzuentwickeln und bereit sind, ihre Erfahrungen aktiv in ein gemeinsames Demonstrationsprojekt einzubringen. Besonders willkommen sind Betriebe, die bereits erste Überlegungen oder Maßnahmen zur Elektrifizierung, Eigenstromversorgung oder Energieeinsparung verfolgen oder künftig entsprechende Entwicklungsschritte gehen möchten.

Was wird von den Betrieben erwartet?

Alle Pilotbetriebe durchlaufen zunächst eine gemeinsame Analysephase. Hierzu gehören insbesondere die Bereitstellung grundlegender Betriebsdaten (z. B. Energie- und Treibstoffverbräuche, Maschinenbestand sowie betriebliche Rahmenbedingungen), die Mitarbeit bei Workshops und Projektgesprächen sowie die gemeinsame Entwicklung eines betriebsspezifischen Elektrifizierungs- und Umsetzungskonzeptes.

Die Umsetzung einzelner Maßnahmen ist ausdrücklich freiwillig und erfolgt ausschließlich dort, wo sie technisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und für den jeweiligen Betrieb realisierbar ist. Auch Maßnahmen, die sich im Projektverlauf als nicht wirtschaftlich oder nicht praktikabel erweisen, liefern wichtige Erkenntnisse und fließen in die Projektergebnisse ein.

Von den Pilotbetrieben erwarten wir daher insbesondere Offenheit, Interesse an einer gemeinsamen Weiterentwicklung des Betriebes sowie die Bereitschaft, Erfahrungen und Erkenntnisse mit dem Projektteam und anderen Betrieben zu teilen.

Welche Vorteile bietet eine Teilnahme?

Die Teilnahme am Projekt bietet den Betrieben die Möglichkeit, ihren Betrieb gemeinsam mit Expertinnen und Experten systematisch hinsichtlich Energieverbrauch, Elektrifizierungspotenzialen und zukünftiger Entwicklungsmöglichkeiten zu analysieren. Ziel ist es, für jeden Betrieb ein individuelles und praxisnahes Konzept zu entwickeln, das sowohl technische als auch wirtschaftliche und organisatorische Aspekte berücksichtigt.

Pilotbetriebe profitieren insbesondere von:

  • einer umfassenden Analyse ihrer Energie- und Betriebsstrukturen,
  • einem individuell erarbeiteten Elektrifizierungs- und Entwicklungskonzept,
  • der Bewertung möglicher Maßnahmen hinsichtlich technischer Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit,
  • der Identifikation geeigneter Fördermöglichkeiten und Unterstützung bei der Einordnung bestehender Förderprogramme,
  • dem Austausch mit anderen innovativen Gemüsebaubetrieben innerhalb eines bundesweiten Demonstrationsprojekts,
  • der Möglichkeit, neue Technologien und Lösungsansätze im Rahmen von Workshops und Maschinenvorführungen kennenzulernen,
  • der gemeinsamen Entwicklung praxistauglicher Lösungen für den kleinstrukturierten Gemüsebau sowie
  • einer langfristigen Perspektive zur Senkung fossiler Energieabhängigkeiten und Energiekosten sowie zur Stärkung der betrieblichen Resilienz.

Darüber hinaus erhalten die Betriebe die Möglichkeit, ihre Erfahrungen im Rahmen von Demonstrationsveranstaltungen und Netzwerkaktivitäten weiterzugeben und aktiv zur Entwicklung übertragbarer Lösungen für den kleinstrukturierten Gemüsebau beizutragen.

Interesse an einer Mitarbeit?

Die Projektskizze befindet sich derzeit in Vorbereitung. Mit diesem Aufruf möchten wir interessierte Betriebe identifizieren, die sich eine Mitarbeit als Pilotbetrieb vorstellen können. Eine Interessenbekundung ist zunächst unverbindlich und dient dem gegenseitigen Kennenlernen sowie der gemeinsamen Abstimmung einer möglichen Projektbeteiligung im Rahmen der Antragstellung bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Interessierte Betriebe können sich unverbindlich mit uns in Verbindung setzen, um weitere Informationen zum geplanten Projekt und den Anforderungen an eine Teilnahme zu erhalten.

Für Rückfragen stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Römer, Bernd
Energieeffizienz und Erneuerbare Energien
06782/17-2637
b.roemer@umwelt-campus.de
Böhmer, Jörg
Biomasse und Kulturlandschaftsentwicklung
06782/17-2626
j.boehmer@umwelt-campus.de

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